Was ist Weißer Tee?

Weißer Tee wird aus den Blättern der Camellia sinensis-Teepflanze hergestellt. Diese wird vorwiegend in den fruchtbaren Bergregionen der Provinz Fujian angebaut, wo der Weiße Tee eine lange Tradition hat. Die Blätter des Weißen Tees werden sehr jung geerntet, wenn die ungeöffneten Knospen noch mit feinen, silbrig-weißen Härchen bewachsen sind. Diese Härchen geben dem Weißen Tee seinen Namen.

Richtig aufgebrühter Weißer Tee hat eine blasse, leicht goldene Farbe, ähnlich wie Weißwein. Er hat einen leichten, frischen Duft und sein Geschmack ist mild und seidig mit einem dezenten, süßen Nachgeschmack. Der ‚grasige‘ Nachgeschmack des Grünen Tees ist beim Weißen Tee kaum vorhanden. Weißer Tee kann auch erkaltet ohne bemerkenswerte Minderung des Geschmacks oder der Qualität genossen werden kann.

Ernte

Der zuerst geerntete, qualitativ hochwertigste Weiße Tee sowie die allerfeinsten Qualitäten des Weißen Tees, häufig Silver Needle (Silbernadel) genannt, bestehen einzig aus den ungeöffneten Blattknospen der Teepflanze. Der optimale Erntezeitpunkt für Weißen Tee ist im zeitigen Frühjahr. Wenn es soweit ist, werden die jüngsten Blätter sowie die silbrig-weißen Knospen von den Erntearbeitern in Handarbeit gepflückt und sortiert.

Diese Knospen werden für gewöhnlich zwischen dem 15. März und dem 10. April von Hand geerntet. Dies ist der Zeitpunkt, wenn die Knospen die perfekte Balance zwischen Jugend und Reife erlangt haben, die den wohlschmeckendsten Tee ergibt. Einzig unbeschädigte und ungeöffnete Knospen werden für den Silver Needle verwendet. Andere Sorten Weißen Tees, wie zum Beispiel der bekannte Pai Mu Tan, können Blätter enthalten, die zwar keine Knospen mehr sind, aber immer noch jung und mit dem typischen silbrig-weißen Haarflaum besetzt.

Die Ernte erfolgt nie bei schlechter Wetterlage (Regen oder Wind) oder wenn die Gefahr von Frost besteht. Aufgrund des limitierten Zeitraums, in dem Weißer Tee nur einmal jährlich gepflückt werden kann, ist er ein kostbarer und seltener Tee.

Verarbeitung

In minimaler Weiterverarbeitung und unter Verwendung nur der feinsten Blätter eines jeden Strauches, lässt man die gepflückten Blätter und Knospen der Teepflanze einige Stunden welken, bevor sie sorgfältig und systematisch gedämpft und anschließend sehr langsam luftgetrocknet werden. Während der Herstellung werden sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit berücksichtigt; die Kunst besteht darin, eine perfekte Ausgewogenheit zwischen dem Trocknen an der Luft und dem Trocknen in einem geschlossenen Raum zu finden.

Die Blätter werden, genau wie beim Grünen Tee, nicht fermentiert. Durch den außerordentlich schonenden und schnellen Verarbeitungsprozess bleiben den Knospen und Blättern ihre ursprünglichen Eigenschaften nahezu gänzlich erhalten. Im Gegensatz zu Schwarzem und Grünen Tee wird Weißer Tee nicht „gerollt“ oder stark oxidiert, wodurch er auch während der Weiterverarbeitung eine hohe Reinheit behält. In der Folge bleiben die Antioxidantien in den Blättern intakt und machen so den Weißen Tee zur besten Alternative für gesundheitsbewusste Genießer. Weißer Tee ist sehr selten und kann wesentlich teurer sein als andere Teesorten.